Taillengürtel | antetanni näht

Im ersten Leben eine Bluse…

Ausrangierte Kleidung zu neuem Leben zu erwecken ist etwas, was ich sehr gerne mache. Allerdings steckt auch immer jede Menge Fleißarbeit dahinter, denn das Auftrennen der Nähte kostet regelmäßig viel Zeit und Mühe. So auch bei diesem Projekt, bei dem aus einer ausrangierten Tunikabluse ein Bindegürtel für ein Kleid wurde.

Erst einmal galt es, die Bluse (ein Vorher-Foto habe ich selbstverständlich – seufz – vergessen) so aufzutrennen, dass die verbleibenden Stoffstücke möglichst groß bzw. lang bleiben konnten, denn ich wollte vermeiden, allzu viel stückeln zu müssen.

Die Vorlage war der Gürtel, der beim Kaufkleid dabei war. Aber auch ohne Vorlage ist ein solcher Stoffgürtel fix genäht: Dazu habe ich ein rechteckiges Stoffstück – hier ca. 56 cm lang und 20 cm hoch – rechts auf rechts gelegt und an der langen Seite zusammengenäht (dabei habe ich eine kleine Öffnung von ca. 4 bis 6 cm fürs spätere Wenden offen gelassen). Die Länge (und Höhe) ist beliebig, der Gürtel sollte eben etwas breiter als die Hälfte des Taillenumfangs sein, damit er hinten am Rücken gebunden werden kann. Wer mag, nimmt ein längeres Stoffstück, sodass der Gürtel nochmals nach vorne gewickelt und vor dem Bauch verknotet werden kann. Ich denke, du weißt, was ich meine.

Für die Bindebänder habe ich wie beim Schrägband anfertigen zwei Stoffstreifen (ich habe mich für jeweils 5 cm Breite/Höhe entschieden) mit etwa 50 cm Länge aneinandergenäht, um auf die erforderliche Länge von knapp 100 cm je Seite zu kommen. Auch diese Stoffstücke habe ich jeweils rechts auf rechts zusammengelegt und dann an einer schmalen Seite mit dem Zusammennähen begonnen und über die lange Seite hinweg bis zum anderen Ende genäht. Die zweite schmale Seite blieb offen, durch diese habe ich die Bindebänder unter Zuhilfenahme eines Essstäbchens jeweils gewendet (dafür gibt es ein Extra-Fleißbienchen, soviel ist klar… was für eine Fummelei).


Das große Stoffstück habe ich so gefaltet, dass die Naht auf der Rückseite in der Mitte lag. Nun habe ich an den kurzen/offenen Seiten jeweils mittig ein Bindeband eingelegt und festgesteppt. Anschließend habe ich alles durch die Wendeöffnung gewendet und diese knappkantig mit einem Geradstich verschlossen.

Unten habe ich eine kostenlose Anleitung für einen ähnlichen Taillengürtel oder Kimonogürtel verlinkt, die ich bei YouTube gefunden habe.

Dass ich zwischendurch auch gebügelt und die Stoffe vor dem Nähen noch mit Vlieseline H200 verstärkt habe, sei an dieser Stelle auch noch kurz erwähnt. 🙂

Alles in allem hat das Auftrennen mal wieder am längsten gedauert, gefolgt vom fummeligen Wenden der Bindebänder. Zwischendurch wurde ich hier und da aber auch abgelenkt vom „Hörspiel“, das aus dem Wohnzimmer nach oben drang. Ich habe nämlich gewerkelt und dabei „Death in Paradise“, das im TV lief, gehört. 😀 So freue ich mich auch noch über ein Häkchen im BINGO 2024 für diesen Taillengürtel, der im ersten Leben eine Bluse war. ♥

[verlinkt]
BINGO 2024 (*)
Creativsalat
Du für dich am Donnerstag


[Inspiration und Anleitung aus Annas Nähschule auf YouTube]
https://www.youtube.com/watch?v=PdpnwfAWxBM

(*) Ich habe gewerkelt und dabei… gehört.

8 Gedanken zu „Taillengürtel | antetanni näht

  1. Avatar von HeikeHeike

    Auch ich hauche ausrangierter Kleidung gerne neues Leben ein.

    Das Auftrennen ist zwar mitunter etwas mühselig, hat aber auch etwas Meditatives. Mit der Einstellung geht es meist ganz gut von der Hand.

    Der Gürtel ist sehr hübsch geworden.

    Liebe Grüße von

    Heike

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    1. Avatar von antetanniantetanni Autor

      Da hast du recht, Heike, ich empfinde das Auftrennen meistens auch als meditative Mühen und erledige das oft vor dem TV, um nicht einzuschlafen. 😅😉
      Lieben Dank und viele Grüße
      Anita

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  2. Avatar von Anne SeltmannAnne Seltmann

    Moin Anni!

    „Beim Nähen sind Auftrenner meine besten Freunde – sie verstehen meine Fehler ohne zu urteilen!“ 😉

    Oh, was habe ich früher das Auftrennen gehasst. Mittlerweile finde ich es auch sehr entspannend.

    Der Gürtel ist ja eine hübsche Idee. Das muss ich mir mal merken.

    Liebe Grüße

    Anne

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