Topflappen aus Jeans nähen – ein stylisches Upcycling Projekt

Zwei Jeans-Topflappen auf Holz. Die Vorderseite zeigt eine aufgesetzte Hosentasche und einen Stern aus Snappap in Hellbraun, die Rueckseite einen mit hellem Garn aufgesteppten großen Stern.

Topflappen – das klingt im ersten Moment spießig und altbacken, und doch sind sie ein praktisches wie wertvolles Utensil in der Küche, ohne die keine Köchin und kein Bäcker auskommt. Wenn sie aus Jeans daherkommen, wird ein Upcycling-Projekt dann aber doch zum stylischen Küchenhelfer. In diesem Beitrag erzähle ich, wie ich die Topfhalter, die auch als Untersetzer dienen können, genäht habe, Nähfehler und Nahttrenner inklusive…

Warum Topflappen aus Jeans einfach unschlagbar sind

Wer viel in der Küche wirbelt, weiß: Ein guter Küchenhelfer muss einiges aushalten. Genau deshalb liebe ich das Arbeiten mit altem Denim so sehr. Der Stoff ist von Natur aus extrem robust, strapazierfähig und lässt sich wunderbar waschen.

Gefüttert mit einer doppelten Lage Thermolam trotzen diese Topfhalter jedem heißen Backblech und jedem Ofenrost. Und weil sie so schön fest und flach sind, funktionieren sie im Handumdrehen auch als stylische Untersetzer auf dem gedeckten Tisch.

Material und Zutaten für das Jeans-Upcycling

Für ein Paar dieser praktischen Küchenhelfer brauchst du gar nicht viel – meistens liegt alles schon im eigenen Fundus. Neben dem üblichen Nähgedöns (Schere, Faden, Stecknadeln, Nähmaschine…) brauchst du diese Sachen:

  • Ausgediente Jeanshosen: Perfekt eignen sich die festeren Hosenbeine oder Abschnitte mit Gesäßtaschen.
  • Thermolam (Vlieseline): Unbedingt doppelt nehmen, damit die Hitze keine Chance hat.
  • Gürtelschlaufen: Die ursprünglichen Schlaufen der Jeans sind die geborenen Aufhänger.
  • Nahttrenner: Damit und mit viel Geduld kannst du die Gürtelschlaufen abtrennen und auch Nähfehler korrigieren. 😉
  • Jeansnadel: Da die Lagen aus Jeans und Thermolam sehr dick sind, ist eine robuste Jeansnähnadel dringend zu empfehlen
  • Kreative Details: Webetiketten, SnapPap oder coole Stoff-Labels geben dem Ganzen den letzten Schliff.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So wird’s gemacht

Aus alten Hosenbeinen werden im Handumdrehen praktische Küchenhelfer – so einfach geht das Jeans-Upcycling:

Der Zuschnitt und das Füttern

  • Zuerst werden je Topflappen zwei Quadrate (22 x 22 cm) aus den Jeansbeinen zugeschnitten. Wenn die Hose um den Poppes noch gut in Schuss und groß genug ist, kann jeweils ein Quadrat auch gleich mit den Hosentaschen ausgeschnitten werden, dann spart man sich zum einen das Abtrennen der Hosentaschen, zum anderen muss man die Gesäßtaschen auch nicht wieder aufnähen. Die Gesäßtaschen auf den Topflappen sehen nicht nur cool aus, sondern sind auch praktisch, um beim Greifen hineinzuschlüpfen. Insgesamt also zwei Zuschnitte Jeans plus zwei Gesäßtaschen.
  • Gefüttert werden die Topflappen mit jeweils zwei Lagen Thermolam (20 x 20 cm), die später als schützendes Sandwich zwischen die Jeanslagen kommen. Insgesamt also vier Zuschnitte Thermolam.
Eine Hand schlüpft in die Gesäßtasche eines blauen Upcycling-Topflappens aus Jeans, um die praktische Nutzung beim Greifen zu zeigen.

Das Zusammennähen – Nähfehler inklusive

  • Jetzt geht es an die Nähmaschine. Ich habe jeweils auf die Rückseite (linke Seite) eines Jeans-Zuschnitts eine Lage Thermolam aufgesteppt. Dazu habe ich mir vorher einen Stern in passender Größe aus Papier ausgeschnitten, diesen mit Stecknadeln auf dem Jeans befestigt und zweimal um den Rand herum genäht. So wird das Thermolam mit dem Jeansstoff verbunden. Auf den zweiten Zuschnitt aus Jeans habe ich eine der zuvor abgetrennten Gesäßtaschen aufgenäht. Auch dabei wurde das Thermolam auf der linken Seite mitgefasst. Danach habe ich nicht aufgepasst und mich freuend, dass es so flott voranging, die beiden Jeansseiten flugs rechts auf rechts (Wendeöffnung nicht vergessen!) mit 1 cm Nahtzugabe zusammengenäht. Zum Glück habe ich diret beim ersten Topflappen meinen Fauxpas bemerkt – Aufhängeschlaufe und SnapPap-Stern vergessen… So durfte der Nahttrenner gleich nochmals zum Einsatz kommen… Also hier nochmals langsam und der Reihe nach:
  • Den ersten Zuschnitt Thermolam auf die Rückseite des ersten Zuschnitts der Jeans legen. Gewünschtes Muster von der Vorderseite so aufsteppen, dass Jeans und Thermolam damit verbunden werden. Falls deine Rückseite „leer“ bleiben soll, kannst du dir diesen Schritt sparen und legst später beim Verstürzen die Jeans rechts-auf-rechts auf die zweite Jeans, Thermolam oben drauf und verbindest alle Lagen miteinander.
  • Den zweiten Zuschnitt Thermolam auf die Rückseite des zweiten Jeans-Zuschnitts legen. Auf die Jeans(seite) die Gesäßtasche legen und feststeppen. Dabei, wenn gewünscht, Labels usw. mitfassen.
  • SnapPap oder anderen Aufnäher über eine Ecke der Jeanstasche nähen (auf diesen Schritt kann – je nach Tasche – verzichtet werden). Das wurde hier notwendig, weil es stylisch aussieht, aber auch, weil die Gesäßtaschen ursprünglich mit Nieten auf der Original-Hose befestigt waren und beim Abtrennen kleine Löcher in den Ecken entstanden sind. Der SnapPap-Stern überdeckt dieses Mini-Löchlein.
  • Gürtelschlaufe zur Schlaufe (alternativ: ein Stück Gurtband, Webband, Nahtband, eine Kordel…) rechts auf rechts auf die Jeansseite legen (offene Seite der Schlaufe zeigt nach außen) und innerhalb der Nahtzugabe mit ein paar Stichen fixieren.
  • Die so vorbereiteten Zuschnitte nun rechts auf rechts legen. Eine Wendemarkierung nach eigenem Gusto (ich mache sie meistens lieber etwas größer, das erspart viel Mühe beim Wenden) an einer der Kanten lassen, alles zusammenstecken und mit 1 cm Nahtzugabe zusammennähen. Ecken zurückschneiden, alles wenden und die Ecken ausformen. Bügeln und am Schluss entweder nochmals einmal komplett außen herum nähen oder nur die Wendeöffnung verschließen.

Die Waschung und die Zierstiche auf den Gesäßtaschen oder den Gürtelschlaufen der Jeans machen das Upcycling-Projekt am Ende zu einem echten Unikat!

Zwei selbstgenähte, quadratische Topflappen aus blauem Jeansstoff mit aufgenähten Hosentaschen, kleinen SnapPap-Sternen und Gürtelschlaufen als Aufhänger auf einem Holzboden.

Der Klassiker geht zurück in Serie

Ich finde Topflappen (aus Jeans!) alles andere als spießig oder altbacken und nähe diese Küchenhelfer wie auch Ofenhandschuhe immer wieder gerne. Die nächsten Zuschnitte liegen schon bereit und warten darauf, unter die Nähmaschine zu kommen. Topflappen mit Mehrfachnutzen sind für mich ein absoluter Dauerbrenner, seit ich im Jahr 2019 mein erstes Paar für die Weihnachtsgeschenkewanderkiste genäht habe. Falls du Lust hast, ein bisschen in Erinnerungen zu stöbern und zu sehen, wie die Topflappen damals aussahen, klicke dich gerne rüber zu meinem alten Beitrag: 👉 Hier geht’s zum Topflappen-Klassiker von 2019 und wenn du nach weiterer Inspiration suchst, stöbere einfach durch meine gesammelten Topflappen im Archiv.


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